BURG DORNECK
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Allgemeine Informationen
Sehr grosse und weitläufige Ruine einer über die Jahrhunderte immer wieder erweiterten Burg mit Zwingeranlagen, Bastionen und zahlreichen Türmen auf einem felsigen Grat über Dornach. Die ursprünglich wohl von der Familie Saugern-Pfeffingen gegründete Anlage gehörte später den Grafen von Thierstein und wurde von diesen neu gebaut. 1485 gelangte Dorneck an Solothurn und wurde nach der erfolglosen Belagerung durch kaiserliche Truppen im Schwabenkrieg (1499) zur Festung ausgebaut. Seit der Eroberung durch die französische Revolutionsarmee im März 1798 ist die Burg eine Ruine.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 28’ 48.14“ N, 07° 37’ 41.48“ E
Höhe: 509 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 614.290 / 258.830
Kontaktdaten
Alois Hasler (Burgwart) | Hauptstrasse 1 | CH-4143 Dornach
Tel: +41 (0)61 701 40 63
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Basel aus der Münchensteinerstrasse bis nach Münchenstein folgen, dann auf der Hauptstrasse in südlicher Richtung weiter bis nach Arlesheim. Den Ort durchqueren und auf der Birseckstrasse weiter nach Dornach. Vom Dorfzentrum ist die Route zur Burgruine gut ausgeschildert. Zwei grössere Parkplätze befinden sich entlang der Zufahrtsstrasse in unmittelbarer Nähe zur Burg.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Basel mit der Tramlinie 10 oder der S-Bahn (Linie 3, in Richtung Porrentruy) bis zur Station Dornach-Arlesheim fahren. Ab hier führt ein markierter Wanderwerg in knapp 30 Min. hinauf zur Burg.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Äussere Wehranlagen jederzeit frei zugänglich. Die Hauptburg ist jeweils von Mitte März bis Mitte November tagsüber geöffnet.
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
Keine. Restaurant im ehem. Schlosshof nördlich der Burg:
www.schlosshof-dornach.ch
Öffentlicher Rastplatz
mehrere Feuerstellen auf dem Burggelände
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Dorneck
Quelle: Faccani, Guido - Zur Baugeschichte der Burgruine Dorneck bei Dornach | In: Mittelalter: Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 4. Jhg./Nr. 3 | Basel, 1999 | S. 42 | überarbeitet von O. Steimann, 2005
Historie
Die Ursprünge der Burg Dorneck liegen im Dunkeln. Allein ein kleines Fundstück, das Randfragment eines Topfes, deutet auf eine Besiedlung des Areals im 11. Jhdt. hin. Ausserdem wurden in den ältesten noch sichtbaren Mauerteilen einige Sandsteinquader in Zweitverwendung vermauert und könnten so darauf hindeuten, das Dorneck eine Vorgängeranlage hatte.
Um die Jahrtausendwende gehörte das Gebiet um Dorneck als Eigengut der edelfreien Familie von Saugern-Pfeffingen. Sie darf vermutlich als Gründerin der Burg gelten. Als sie um 1180 ausstarb, fiel ihr Erbe den Grafen von Thierstein zu. Diese scheinen um die Mitte des 13. Jhdts. die ersten Teile der heute sichtbaren Burganlage errichtet zu haben. Es handelt sich dabei um sehr massive Mauern im Bereich des grossen Bollwerks, die offenbar zu einem kompakten Gebäudekomplex auf dem höchsten Punkt des Burgareals gehört haben. Vermutlich erst im 14. Jhdt. wurde der grosse Hof südlich der Kernburg in die Anlage einbezogen. Es entstanden entlang der Ringmauer der Vorgängerbau des späteren Zwillingsturms sowie etwas später der Palas auf der Westseite und der markante Hexenturm.

Ob die Burg im grossen Basler Erdbeben von 1356 Schaden genommen hat, ist nicht bekannt. 1360 wurde sie von Graf Sigmund II. von Thierstein-Farnsburg für 400 Mark Silber an Herzog Rudolf IV. von Österreich verkauft, der sie ihm allerdings als erbliches Lehen zurückgab. Bei diesem Handel wird die «purg ze Tornegg» erstmals erwähnt. Nach Graf Sigmunds Tod verkaufte seine Witwe, Verena von Neuenburg-Nidau, die Burg 1384 ganz an die Habsburger. Die Herrschaft über das Dorf Dornach blieb allerdings in den Händen der Thiersteiner.
Die Habsburger, durch den verlorenen Sempacher Krieg gegen die Eidgenossen in Geldnot geraten, verpfändeten Dorneck 1394 für 2000 Gulden an Henmann Efringer, Bürger von Basel. Sie behielten sich dabei zwar das Öffnungsrecht vor, konnten das Pfand aber nie mehr einlösen. Die bald darauf in den Ritteradel aufgestiegenen Herren von Efringen hielten die Burg nun über längere Zeit. Nur um die Mitte des 15. Jhdts. taucht Konrad von Hallwyl als Mitbesitzer auf, wohl aufgrund seiner engen verwandschaftlichen Beziehungen zu den Efringern. In dieser Zeit wurde die Anlage um die Vorburg mit dem mittleren Tor erweitert.

Die noch thiersteinische Hälfte der Herrschaft kam 1462 als Pfand an die Brüder Bernhard und Henmann von Efringen. Diese gerieten jedoch über die Besitzaufteilung in Streit, so dass ein Schiedsgericht entscheiden musste. Bernhard erhielt die Burg Dorneck, begann aber wenige Jahre später mit dem Verkauf seiner Güter. 1485 veräusserte er die Burg für 1900 rheinische Gulden an die Stadt Solothurn, die so einen wichtigen Vorposten im Kampf mit Basel um die Beherrschung der Juraübergänge in die Hand bekam. Bis 1491 musste sich Solothurn allerdings mit Rechtsansprüchen verschiedener Parteien auseinandersetzen, und erst 1502 konnte es auch die thiersteinischen Rechte über Dornach erwerben. Die Burg Dorneck wurde nun Sitz eines solothurnischen Landvogts.
Die neue Besitzerin machte sich umgehend daran, die heruntergekommene Burg wieder herzurichten. Diese Arbeiten waren aber noch im Gange, als im Sommer 1499, mitten im sogenannten Schwabenkrieg, kaiserliche Truppen vor die Burg zogen und mit der Belagerung begannen. Dorneck überstand diese kritische Situation unbeschadet, weil die Eidgenossen rechtzeitig anrückten und die Kaiserlichen am 22. Juli 1499 in der kriegsentscheidenden Schlacht von Dornach besiegen konnten.

Unmittelbar nach dem Krieg begann Solothurn, Dorneck zur Festung auszubauen. In einer ersten Phase wurde die Hauptburg im Torbereich durch Rundtürme verstärkt, der Palas erneuert, der Pulverturm errichtet und der Zwillingsturm ausgebaut. In einer zweiten Phase ab 1543 erbaute man die beiden mächtigen Bollwerke auf der Nordseite der Burg, den Kapellenturm, den geräumigen westlichen Zwinger mit drei Schalentürmen und das äussere Tor. Auch die alte Burgzisterne wurde so weit abgetieft, bis man auf Grundwasser stiess. Gemäss späteren Angaben war dieser Brunnen 85 Meter tief.
Wegen der strategisch wichtigen Stellung an der Grenze zum Basler Territorium achtete Solothurn auch in den folgenden Jahrhunderten darauf, Dorneck in gutem Zustand zu halten. Beim Einmarsch der Franzosen im März 1798 war die Anlage allerdings nur schwach verteidigt, wurde rasch eingenommen, geplündert und durch Artilleriebeschuss unbrauchbar gemacht. Im Jahr darauf wurden die zur Ruine gehörenden Güter an vier Dornacher Bürger veräussert. Die Burg selbst wurde der Gemeinde überlassen und diente in der Folgezeit als Steinbruch.

1902 schenkten die Bürger von Dornach die verwahrloste Anlage dem Kanton Solothurn. Dieser beauftragte den Architekten und selbsternannten «Burgenbauer» Eugen Probst mit der Sanierung. Probst legte zunächst ein Projekt vor, das den kompletten Wiederaufbau der Burg vorsah. Dieses wurde jedoch verworfen. Man beschränkte sich darauf, den Schutt wegzuräumen und die bestehenden Mauern zu konservieren. Nach einem Streit zwischen Probst und den solothurnischen Behörden ruhten die unvollendeten Arbeiten bis 1932. Im zweiten Weltkrieg wurde in der Ruine ein Beobachtungsposten der Infanterie eingerichtet, erst Ende der 1940er-Jahre wurde die Sanierung der Burg abgeschlossen. In den Jahren 1997 bis 1999 wurde Dorneck letztmals umfangreichen Konservierungsarbeiten unterzogen, begleitet von einer bauhistorischen Untersuchung.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Amiet, Bruno - Die Burgen und Schlösser des Kantons Solothurn | Basel, 1930 | S. 37-41
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 526
  • Faccani, Guido - Zur Baugeschichte der Burgruine Dorneck bei Dornach | In: Mittelalter: Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 4. Jhg./Nr. 3 | Basel, 1999 | S. 41-60
  • Farnum, Jerome H. - 20 Ausflüge zu romantischen Burgruinen in der Schweiz | Bern/Stuttgart, 1976 | S. 84-87
  • Fischer, Eduard / Allemann, Otto - Solothurnische Burgen | Solothurn, 1962 | S. 36-39
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 7: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn | Kreuzlingen, 1971 | S. 108-112
  • Loertscher, Gottlieb - Die Kunstdenkmäler des Kantons Solothurn, Bd. III: Die Bezirke Thal, Thierstein und Dorneck | Basel, 1957 | S. 290-296
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 7: Kantone Basel-Stadt, Basel-Land, Solothurn, Neuenburg, Jura und Laufental | Zürich, 1981 | S. 54-55
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 196-199
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 212-213
Webseiten mit weiterführenden Informationen
  • www.dornach.ch
    Internetseite der Gemeinde Dornach mit Informationen zur Burg
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