TOUR DE GOURZE
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Allgemeine Informationen
Der Tour de Gourze wird 1279 erstmals erwähnt und unterstand dem Bistum Lausanne. Im frühen 14. Jhdt. durch die Grafen von Savoyen zerstört, wurde er um 1397 wieder aufgebaut und später durch die Berner als Hochwacht genutzt. Heute ist der Turmsockel noch etwas mehr als 8 Meter hoch und dient als Aussichtsplattform.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 30’ 39.52“ N, 06° 44’ 26.98“ E
Höhe: 926 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 546.440 / 151.310
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Von Lausanne aus auf der Hauptstrasse 9 in östlicher Richtung bis nach Lutry fahren. Im Ort links in die Route de Savuit abbiegen und dieser bergauf folgen, bis sie bei Bossière die Bahnlinie überquert. Unmittelbar danach rechts in die Route de Bras de Fer einbiegen und auf dieser die Autobahn unterqueren. In Pra Forny links in die Route Signal abbiegen und dieser weiter bergauf folgen, bis rechts die Route de Chincuz abbiegt und in östlicher Richtung zum Weiler Les Auges führt. Hier führt die ausgeschilderte Strasse steil bergauf zum Restaurant La Tour de Gourze (Parkplätze vorhanden). Der Turm ist von dort in wenigen Schritten erreichbar.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Lausanne mit der S-Bahn (Linie 3) in Richtung Villeneuve bis nach Cully fahren. Nun weiter mit der Buslinie 382 in Richtung Puidoux-Chexbres bis zur Haltestelle Riex, fontaine. Von hier führt ein ausgeschilderter Wanderweg in etwas mehr als einer Stunde hinauf zum Turm.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
ohne Einschränkung
Eintrittspreise
kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
Restaurant La Tour de Gourze unmittelbar vor der Turmruine:
www.gourze.ch/?page_id=57
Öffentlicher Rastplatz
einfacher Picknickplatz bei der Ruine
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Tour de Gourze
Quelle: neu gezeichnet von O. Steimann, 2018
Historie
Auf einer bewaldeten Bergspitze hoch über den berühmten Weinbergen des Lavaux, mit Ausblick über das gesamte Umland, steht einsam ein mittelalterlicher Turmsockel. Mangels Quellenbelegen und Ausgrabungen ist über die Ursprünge des Tour de Gourze nichts bekannt. Der exponierte Ort könnte einst einer grösseren Burganlage Platz geboten haben, doch über eine allfällige Bebauung der terrassenartigen Flächen nordöstlich und südwestlich des Turms liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor.
Die erste Erwähnung des Turms stammt aus dem Jahr 1279 – er gehörte damals der Kathedrale von Lausanne. Die Grundmauern des heutigen Bauwerks dürften noch auf diese Zeit zurückgehen, doch wurde die Anlage im frühen 14. Jhdt. durch die Grafen von Savoyen während einer Fehde mit dem Lausanner Bischof Pierre d’Oron zerstört und danach verlassen.

1397 machte sich Jean de Canturion, Münzmeister von Bischof Guillaume de Menthonay, an den Wiederaufbau. Ob der ursprünglich wohl rund 15 Meter hohe Turm damals in voller Grösse wieder hergestellt wurde, ist nicht bekannt. Grosse Teile des heute noch sichtbaren Mauerwerks gehen aber auf diese Zeit zurück. Der Turm misst im Grundriss 9,6 x 10,1 Meter und ragt noch etwas mehr als 8 Meter hoch auf. Die Mauerstärke beträgt rund 2 Meter. Vom alten Hocheingang ist nichts mehr zu sehen – der heutige, ebenerdige Eingang stammt aus der Neuzeit.

Um 1500 siedelten auf der Anhöhe rund um den alten Turm verschiedene Eremiten. Damals entstand auch eine kleine Kapelle nördlich der Burganlage, von der heute aber keine Spuren mehr erkennbar sind. Es ist jedoch überliefert, dass der Lausanner Bischof eigens einen Vikar entsandte, um hier regelmässig Gottesdienste abzuhalten.
1530 wurde der Tour de Gourze an die Grosspfarrei Villette verkauft, und nachdem Bern 1536 die Waadt erobert hatte, wurde er als Hochwacht genutzt. Es kam zu weiteren Besitzerwechseln, bis der Turm 1824, bei der Aufteilung der Gemeinde Villette, gemeinsames Eigentum von sechs umliegenden Gemeinden wurde. 1895 und 1909 nahm man Restaurationen vor, 1910 wechselte der Turm in den Besitz des Kantons. Heute dient er als Triangulationspunkt und Aussichtsplattform.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafel beim Turm
Literatur
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 700
  • Bourgeois, Victor H. - Die Burgen und Schlösser des Kantons Waadt, I. Teil | Basel, 1935 | S. 99-101
  • De Raemy, Daniel - Châteaux, donjons et grandes tours dans les Etats de Savoie (1230-1330), Vol. 1 [Cahiers d'archéologie romande 98] | Lausanne, 2004 | S. 148
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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