BURG HEGI
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Allgemeine Informationen
Im Grundriss nahezu quadratische Anlage, die sich um einen wehrhaften Wohnturm aus der Zeit um 1200 gruppiert. Die bis ins 18. Jhdt. von einem Wassergraben umgebene Burg wurde durch die Herren von Hegi gegründet und um 1500 durch die Herren von Hohenlandenberg bedeutend ausgebaut. Später war sie Sitz Zürcherischer Obervögte.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 30' 29.79" N, 08° 46' 16.97" E
Höhe: 462 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 700.400 / 262.800
Kontaktdaten
Schloss Hegi | Hegifeldstrasse 125 | CH-8409 Winterthur
Tel: +41 (0)52 242 38 40 | E-Mail: info@schlosshegi.ch
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Ab Winterthur der Frauenfelderstrasse in nordöstlicher Richtung folgen. Unmittelbar vor dem Bahnhof Oberwinterthur rechts in die Seenerstrasse einbiegen und nach der Bahnunterführung links der Hegifeldstrasse bis zur Burg folgen. Wenige Parkmöglichkeiten vor Ort.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Hauptbahnhof Winterthur mit der Buslinie 680 bis zur Haltestelle Schlossacker fahren.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Museum nur von Mai bis Oktober geöffnet
Samstag: 14:00 - 17:00 Uhr
Sonntag: 10:00 - 17:00 Uhr
wochentags geschlossen
Während der Saison findet jeden ersten Sonntag im Monat um 10:30 Uhr eine öffentliche Führung mit szenischen Einlagen und anschliessendem Apéro statt.
Einige Räume und der Garten können für Privatanlässe gemietet werden.
Eintrittspreise
7 CHF (Kinder bis 16 Jahre gratis)
(Stand 2017)
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
Schloss-Schenke im Garten, geöffnet an den Wochenenden von Mai bis Oktober
Öffentlicher Rastplatz
gut eingerichtete öffentliche Feuerstelle im Garten
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
An mehreren Tagen im Jahr bietet das Museum ein spezielles Kinderprogramm an.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
teilweise möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Hegi
Quelle: Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Band 5: Kantone Zürich und Schaffhausen | Zürich, 1982 | S. 57 | bearbeitet und Bauphasen eingefügt von O. Steimann, 2011
Historie
Hegi ist ein exzellent erhaltenes Beispiel einer Burganlage, die in der Zeit um 1200 bis 1500 in verschiedenen, heute noch gut ablesbaren Bauphasen entstanden ist. Ihr ältester Teil ist der im Zentrum stehende Wohnturm. Er misst im Grundriss 9 x 9,8 Meter, die Kanten seiner 1,6 Meter starken Mauern sind aus schön behauenen Bossenquadern gefügt. Ursprünglich trug er einen hölzernen Obergaden und war nur über einen Hocheingang auf der Nordseite zugänglich. Ob die Burg im Hochmittelalter über weitere Bauten oder Annäherungshindernisse verfügte, ist unbekannt.

Als Gründer der Anlage gelten die 1225 mit Wetzel I. erstmals erwähnten Herren von Hegi. Ihr Wappen - ein schwarzer Löwe auf goldenem Grund - war mit jenem der Herren von Hugelshofen im Thurgau identisch, weshalb eine enge Verwandtschaft anzunehmen ist. Die Burg stand auf Besitz des Bischofs von Konstanz, dessen Dienstleute die Herren von Hegi waren. Sie amteten ausserdem für das Kloster Petershausen als Meier in Wiesendangen und besassen kyburgische und später habsburgische Lehen. Im 14. Jhdt. nahm die Familie das Bürgerrecht von Winterthur an, und 1342 wurde Hugo I. von Hegi durch die Habsburger gegen den Willen der Stadt als Schultheiss eingesetzt. Annäherungen und Rechtsstreitigkeiten mit Winterthur wechselten sich in den folgenden Generationen ab. 1416 wurde Wetzel V. von Hegi in Wiesendangen aus unbekannten Gründen von Bauern ermordet. Der letzte männliche Vertreter der Familie, Junker Hugo IV. († 1493), übergab die Burg um 1460 dem Ehemann seiner Schwester, Jakob von Hohenlandenberg.

Unter Jakobs Söhnen, Ulrich und Hugo von Hohenlandenberg, wurde Hegi stark ausgebaut. Hugo, der bedeutendste Vertreter der Familie, amtierte von 1496 bis 1532 als Bischof von Konstanz. Die Brüder liessen nördlich des Turms das Ritterhaus errichten, einen 28 Meter langen Riegelbau. Auf den übrigen drei Seiten entstand eine Ringmauer. In drei Ecken der seither nahezu quadratischen Burganlage wurden Rundtürme erstellt. In der Nordostecke hingegen erbaute man den markanten Kapellenturm: Eine sechseckige Konstruktion, im Untergeschoss mit Schlüsselscharten bewehrt. Die gesamte Anlage wurde mit einem Wassergraben umgeben - dieser ist allerdings im 18. Jhdt. wieder aufgefüllt worden.

Durch die Heirat mit Barbara von Hohenlandenberg gelangte 1519 Kaspar von Hallwyl in den Besitz von Burg und Herrschaft Hegi. Letzere wurde durch weitere Zukäufe abgerundet und war entsprechend begehrt, als sie 1587 von den Hallwylern verkauft wurde. Zunächst erhielt Winterthur für 27'000 Gulden den Zuschlag. Doch die Stadt Zürich als Landesherrin akzeptierte diesen Verkauf nicht, beanspruchte Hegi für sich selbst und richtete hier eine Obervogtei ein. Die Herrschaft blieb aber weiterhin ein Lehen des Bistums Konstanz. Unter den Zürcher Vögten erfolgten auf der Burg weitere Ausbauten: So etwa der 1613 unter Hans Jakob Gessner errichtete Bau auf der Westseite des Wohnturms und das wahrscheinlich im selben Jahrhundert erstellte Vorderhaus auf der Südseite. 1707 fiel der hölzerne Aufbau des mittelalterlichen Wohnturms einem Brand zum Opfer. Er wurde ersetzt, indem man den Mauersockel des Turms um ein Stockwerk erhöhte und mit einem Satteldach versah.

Nach dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft 1798 kam Hegi in private Hände: Zunächst an die Familie Farner, dann an diverse andere Besitzer, bis es 1915 Friedrich Hegi-Naef erwerben konnte. Er liess die Burg umsichtig restaurieren. 1947 erwarb die Stadt Winterthur das wichtige Baudenkmal für 358'000 Franken, machte es der Öffentlichkeit zugänglich und eröffnete darin eine Jugendherberge. Im Jahr 2000 wurde die Herberge geschlossen, heute dient die Burg als Museum und wird vom Verein Schloss Hegi für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Berger, Ric - Burgen und Schlösser in der Schweiz, Bd. 1 | Neuenburg, o.J. | S. 92-93
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 825
  • Dejung, Emanuel / Zürcher, Richard - Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Bd. VI: Die Stadt Winterthur | Basel, 1952 | S. 257-270
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 4: Zürich, Schaffhausen | Kreuzlingen, 1968 | S. 64-67
  • Lipski, Eli / Locher, André - Schlösser der Schweiz | Bern, 2013 | S. 222-223
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Band 5: Kantone Zürich und Schaffhausen | Zürich, 1982 | S. 56-57
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 288-289
  • Reicke, Daniel - «von starken und grossen flüejen»: Eine Untersuchung zu Megalith- und Buckelquader-Mauerwerk an Burgtürmen im Gebiet zwischen Alpen und Rhein [Schweizerische Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 22] | Basel, 1995 | S. 121-122
  • Stauber, Emil - Die Burgen des Bezirkes Winterthur und ihre Geschlechter [285. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur] | Winterthur, 1953 | S. 93-111
  • Stauber, Emil - Zürcherische Burgen | Bümpliz, 1918 | S. 12-13
  • Zeller-Werdmüller, Heinrich - Zürcherische Burgen | In: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 48./49. Jhrg. | Zürich, 1894-1895 | S. 321-322
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