CHÂTEAU DE VALÈRE (BURG VALERIA)
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Allgemeine Informationen
Die gewaltige Kirchenburg Valeria thront auf einem felsigem Hügel über Sion/Sitten und bildet zusammen mit der benachbarten Burg Tourbillon das Wahrzeichen der Stadt. Sichtbar sind die weitgehend erhaltenen Toranlagen, Ringmauern und Türme aus dem Hoch- und Spätmittelalter, die ehemaligen Gebäude des Domkapitels und die wehrhafte Kathedralkirche. In der Burg befindet sich auch das kantonale historische Museum.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 46° 14’ 01.63“ N, 07° 21’ 52.54“ E
Höhe: 611 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 594.290 / 120.260
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A9 bei der Ausfahrt Sion-Est verlassen und dann der Beschilderung ins Zentrum folgen. Kostenplichtiges Parkhaus la Planta in der Innenstadt (an der Avenue de la Gare). Die Kirchenburg liegt gut sichtbar über der Altstadt und ist von dieser her zugänglich.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Sion/Sitten ist per Bahn gut erschlossen. Vom Bahnhof aus in nördlicher Richtung in die Altstadt gehen, von wo aus die Burg einfach zu finden ist.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Juni bis September: täglich 10:00 - 18:00 Uhr
Oktober bis Mai: täglich ausser montags 10:00 - 17:00 Uhr
(Stand 2017)
Zu den aktuellen Öffnungszeiten des historischen Museums in der Burg siehe:
siontourisme.ch/index.php/de/kultur/die-museen/212-geschichtsmuseum-wallis
Eintrittspreise
kostenlos
Es werden mehrmals tälich kommentierte Führungen angeboten. Die Teilnahme kostet 4 CHF (Erwachsene), bzw. 2 CHF (Kinder).
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
Cafeteria mit Terrasse in der Burg
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
nicht möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Valeria
Quelle: Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 4: Kantone Genf, Waadt, Wallis | Zürich, 1981 | S. 93 | in Details ergänzt von O. Steimann, 2006
Historie
Im 6. Jhdt. verlegte der Bischof von Octodurus (Martigny) seinen Sitz talaufwärts nach Sion/Sitten. Hier wurden in den folgenden Jahrhunderten zahlreiche Befestigungsanlagen errichtet, von denen sich ein grosser Teil bis heute erhalten hat. Die älteste bischöfliche Curia wird 999 erwähnt, als der Bischof von Sion von König Rudolf III. von Hochburgund die Grafschaftsrechte im Wallis verliehen bekam. Diese umfassten auch das Recht, eigene Burgen zu errichten. Ob damals auf dem markanten Hügel von Valeria bereits eine Befestigungsanlage stand, ist unklar. Es wird jedoch vermutet, dass hier seit dem Frühmittelalter eine Kirche existierte. Sie könnte zur Kathedrale ausgebaut worden sein, nachdem 1010 die alte «ecclesia cathedralis Sedunensis» unterhalb von Valeria einem Brand zum Opfer gefallen war.

Die Anfänge der Burganlage reichen ebenfalls in diese Zeit zurück, denn 1049 wird Valeria erstmals als Sitz der Sittener Domherren erwähnt. Die heute sichtbare, der Jungfrau Maria geweihte Kathedrale am höchsten Punkt der Anlage wurde in der Zeit von 1100 bis 1300 errichtet und vereint in sich romanische und gotische Elemente, wobei die gesamte Architektur der Kirche fortifikatorisch ausgerichtet ist. So ist der Glockenturm als Wehrturm ausgestaltet, und den oberen Chorabschloss bildet ein Wehrgang mit Zinnenkranz. Die übrigen Gebäude der Anlage gliedern sich in eine Vor- und eine Kernburg und gehen auf die Zeit vom 13. bis zum 15. Jhdt. zurück. Die Grundmauern einiger Teile der Burg dürften allerdings älter sein.
Für die Wasserversorgung wurde nahe der Kirche eine grosse Tankzisterne angelegt. Die weitläufige Anlage ist von einer rund 0,7 Meter starken Ringmauer umgeben, die an zwei Stellen durch Türme verstärkt ist. Gut erhalten ist auch das zinnenbewehrte Vorwerk mit dem äusseren Tor. Es verfügte auf der Aussenseite über ein Fallgitter, auf der Innenseite über eine eisenbeschlagene Tür aus Hartholz. Letztere ist noch im Original vorhanden.

Obwohl Sion während der dauernden Konflikte des Bistums mit den Grafen von Savoyen und den Herren von Turn im Mittelalter mehrmals angegriffen, erobert und geplündert wurde, blieb Valeria als Sitz der Domherren von diesen Auseinandersetzungen weitgehend verschont. Trotzdem ist ab dem 13. Jhdt. in verschiedenen Quellen immer wieder von Bemühungen die Rede, die Wehrhaftigkeit der Anlage zu verbessern.
1798, im Jahr der helvetischen Revolution, gab das Domkapitel die Burg als Wohnsitz auf – sie wurde daraufhin von französischen Truppen geplündert. Valeria begann nun zu verwahrlosen, bis ab 1896 die Eidgenossenschaft und der Kanton Wallis Erhaltungsarbeiten an die Hand nahmen. 1898 wurde auf der Burg ein Museum eröffnet. 1987 wurde eine etappenweise Restaurierung der gesamten Anlage in Angriff genommen, die immer noch andauert.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente, inkl. Infotafel auf der Burg
Literatur
  • Baeriswyl, Armand / Niederhäuser, Peter (Hg.) - Zeugen vergangener Macht und Herrschaft: Schweizer Burgen und Schlösser vom Mittelalter bis heute [Schweizerische Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 45] | Basel, 2017 | S. 167-168
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 766
  • Donnet, André / Blondel, Louis - Burgen und Schlösser im Wallis | Olten, 1963 | S. 258-260
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 12: Waadt, Wallis, Genf | Kreuzlingen, 1976 | S. 152-155
  • Holderegger, Hermann - Valeria Sitten [Schweizerische Kunstführer GSK, Nr. 39] | Bern, 1959
  • Lipski, Eli / Locher, André - Schlösser der Schweiz | Bern, 2013 | S. 100-101
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 4: Kantone Genf, Waadt, Wallis | Zürich, 1981 | S. 93-95
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 124-127
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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